Hepatitis B und C

Der Hepatitis-Test: HBs-Antigen und Hepatitis-C-Antikörper

Hepatitis B und Hepatitis C werden über eine Blutuntersuchung festgestellt. Für Hepatitis B ist der wichtigste Suchparameter das Oberflächenantigen HBs, für Hepatitis C sind es die Antikörper gegen das Virus. Beide Tests sind Suchtests: ein auffälliges Ergebnis heißt zunächst nur “reaktiv” und muss durch ein zweites, andersartiges Verfahren bestätigt werden.

Beide Infektionen teilen mit HIV einen Teil der Übertragungswege, vor allem über Blut und beim Spritzen von Drogen. Deshalb wird häufig auf mehrere Infektionen zugleich getestet.

Wie wird eine Hepatitis B nachgewiesen?

Über verschiedene Marker im Blut. Nachgewiesen werden zum einen Bestandteile des Virus selbst, etwa das Oberflächenantigen HBs oder das HBe-Antigen, zum anderen Antikörper wie Anti-HBs, Anti-HBc und Anti-HBe.

Diese Marker treten im Verlauf der Erkrankung zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in unterschiedlicher Konzentration auf und verschwinden entsprechend dem Heilungsverlauf wieder. Aus der Kombination lässt sich ablesen, ob eine Infektion frisch, chronisch, ausgeheilt oder eine Impfung vorausgegangen ist.

Als Übersichtsuntersuchung auf eine akute Hepatitis-B-Infektion dient das Oberflächenantigen HBs.

Ab wann schlägt der Hepatitis-B-Test an?

Das HBs-Antigen lässt sich in der Regel etwa sechs bis acht Wochen nach einer Infektion im Blut nachweisen, in seltenen Fällen dauert es bis zu 16 Wochen.

HBsAg ist damit der wichtigste Parameter für den Nachweis einer Infektiosität. Bleibt es mehr als sechs Monate nach Krankheitsbeginn nachweisbar, spricht man von einer chronischen Hepatitis-B-Infektion. Betroffene gelten dann weiterhin als infektiös.

Ist der HBs-Antigentest negativ, liegt in der Regel keine Hepatitis-B-Infektion vor.

Ab wann schlägt der Hepatitis-C-Test an?

Die spezifischen Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus werden bei den meisten Menschen etwa sieben bis neun Wochen nach einer Infektion gebildet, in sehr seltenen Fällen dauert es bis zu 30 Wochen.

Nachgewiesen werden sie über einen Hepatitis-C-Antikörpertest, für den eine Blutentnahme genügt. Das Prinzip ähnelt dem HIV-Antikörpertest, und wie dort gilt: ein früher Test kann eine Infektion noch nicht sicher ausschließen. Der Gedanke des diagnostischen Fensters gilt für Hepatitis genauso.

Was bedeutet ein reaktives Ergebnis?

Dass der Suchtest angeschlagen hat, mehr nicht. Weil ein Suchtest bewusst sehr empfindlich eingestellt ist, spricht er gelegentlich auch ohne Infektion an. Deshalb spricht man zunächst von einem reaktiven und noch nicht von einem positiven Ergebnis.

Ein reaktives Ergebnis muss immer mit einem zweiten Testverfahren bestätigt werden. Fällt auch dieses positiv aus, sollte die weitere Abklärung und Behandlung durch eine spezialisierte Ärztin oder einen spezialisierten Arzt erfolgen. Der Umgang mit diesem Zwischenstand entspricht dem beim reaktiven HIV-Testergebnis: es ist noch nichts entschieden.

Warum reicht bei Hepatitis C der Antikörpertest nicht aus?

Weil Antikörper nichts darüber sagen, ob die Infektion noch aktiv ist. Sind Antikörper nachgewiesen, lässt sich daraus nicht unterscheiden, ob eine akute, eine chronische oder eine bereits abgelaufene Hepatitis-C-Infektion vorliegt.

Zur Klärung ist ein zusätzlicher PCR-Test nötig, der das Virus direkt im Blut sucht. Wird es dort gefunden, liegt eine aktive Infektion vor, die weiter differenziert und behandelt werden sollte. Hepatitis C ist heute in den meisten Fällen medikamentös heilbar.

Besteht eine Meldepflicht?

Ja, bei beiden Infektionen. Eine Hepatitis-B- wie eine Hepatitis-C-Erkrankung ist namentlich an das Gesundheitsamt meldepflichtig. Das Gesundheitsamt gibt diese Meldung nicht an Dritte weiter, etwa nicht an Arbeitgeber, Versicherungen oder Angehörige.

Für HIV gilt das anders: hier erfolgt die Meldung nichtnamentlich. Wer Wert auf Anonymität legt, findet die passenden Wege unter Wo kann ich einen HIV-Test machen? und bei den Beratungsstellen.

Ausführliche Antworten zu beiden Erkrankungen stehen in den FAQ zu Hepatitis B und Hepatitis C.

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