FAQ für Hepatitis C

FAQ für Hepatitis C

Wie häufig kommt die chronische Hepatitis C vor?

Weltweit leiden ca. 170 Millionen Menschen an einer chronischen Hepatitis C, dies sind 1-3% der Weltbevölkerung, mit etwa 3-4 Millionen Neuinfektionen pro Jahr.

In Europa beträgt die Infektionsrate 1% der Bevölkerung, in Deutschland etwa 0,4-0,7 %. Die Dunkelziffer von Menschen mit chronischer Hepatitis C-Virusinfektion dürfte jedoch deutlich höher liegen, da die Erkrankung nur langsam verläuft und die Mehrzahl der Infizierten nur geringe Symptome haben, merken sie nichts von ihrer Infektion. Aus diesem Grund kommt es leider häufig zu einer unwissentlichen Übertragung.

Zu beachten ist auch, dass ca. 10-15% aller HIV-Positiven in Deutschland auch mit Hepatitis C infiziert sind und die überwiegende Mehrzahl von sexuell übertragener Hepatitis C Menschen mit HIV-Infektion betrifft.

Wie wird das Hepatitis C Virus übertragen?

Oftmals ist der Infektionsweg im Nachhinein nicht mehr nachzuvollziehen. Die betroffenen Menschen können sich nicht mehr erinnern, wann sie sich infiziert haben, da in den meisten Fällen die Infektion nur geringe grippeähnliche Symptome macht.

Generell gilt aber, dass das Hepatitis C Virus durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut übertragen wird, vor allem beim i.v. Drogengebrauch durch gemeinsame Benutzung von Spritzen und Nadeln, aber auch beim nasalen Drogengebrauch durch gemeinsame Verwendung von Aspirationsröhrchen.

Auch durch Benutzen unsteriler Instrumente beim Tätowieren oder Piercing, sowie der gemeinsamen Gebrauch von Zahnbürsten, Rasierapparat oder Nagelscheren kann zur Übertragung des Hepatitis C Virus führen.

Die Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist eher selten, das Risiko ist aber erhöht, wenn Erkrankungen oder Verletzungen im Geschlechtsbereich vorliegen, sowie bei Sexualpraktiken die ein höheres Risiko von Schleimhautverletzungen beinhalten, wie der ungeschützte Analverkehr. Auch der Geschlechtsverkehr während der Menstruationsblutung hat ein höheres Infektionsrisiko.

Das Übertragungsrisiko kann durch den Gebrauch von Kondomen reduziert werden!

Eine Übertragung des Hepatitis C Virus über Speichel und intakte Haut ist bisher nicht bekannt, d.h. das Virus kann nicht durch eine einfache Umarmung oder einen Kuss übertragen werden. Auch eine Übertragung durch Besteck, Gläser und anderes Essgeschirr ist nicht möglich, solange keine Verunreinigungen mit Blut vorliegen.

Wie groß ist das Risiko einer Infektion nach einer Nadelstichverletzung?

Das Risiko für eine Übertragung einer Hepatitis C Virusinfektion nach einer Nadelstichverletzung liegt bei etwa 3-10%. Dabei spielt zum einen die Viruskonzentration eine Rolle, zum anderen der Nadeltyp, also ob es sich um eine Nähnadel oder eine blutgefüllte Hohlnadel gehandelt hat. Nach einer möglichen Infektion gibt es keine Postexpositionsprophylaxe, d.h. „keine Pille für danach“.

Wie lange ist das Hepatitis C Virus außerhalb des Organismus überlebensfähig?
Experten gehen davon aus, dass Hepatitis C Viren je nach den äußeren Bedingungen wenige Stunden bis maximal eine Woche infektiös bleiben. Wichtig zu wissen ist, dass man sich auch mit eingetrocknetem infiziertem Blut anstecken kann.

Ist eine Hepatitis C Virusinfektion meldepflichtig?

Nach dem Infektionsschutzgesetz ist eine akute Hepatitis C Infektion durch den feststellenden Arzt namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.

Wie wird eine Hepatitis C Virusinfektion festgestellt?

Als Suchtest sollte zunächst der Hepatitis C- Antikörpertest durchgeführt werden. Die Antikörper werden etwa 7-9 Wochen (in seltenen Fällen bis zu 30 Wochen) nach einer Infektion im Blut nachweisbar. Sind Hepatitis C Antikörper nachgewiesen, bedeutet dies, dass der Mensch mit dem Hepatitis C Virus infiziert wurde.

In einem weiteren Schritt muss man nun das Virus selbst mittels eines PCR –Testes nachweisen, um sagen zu können, ob das Virus sich im Körper festgesetzt hat und der betroffene Mensch somit akut oder chronisch infiziert ist.

Daneben werden im Blut unter anderem auch die Leberwerte bestimmt, sowie der Virustyp, was für die Behandlung wichtig ist.

Wer sollte sich auf Hepatitis C-Antikörper testen lassen?

Zum einen Menschen, deren Leberwerte erhöht sind oder die Zeichen einer Hepatitis zeigen.

Da die Erkrankung jedoch sehr häufig ohne wesentliche Symptome verläuft und die Diagnose erst gestellt wird, wenn bereits eine Leberzirrhose vorliegt, ist es ratsam sich bei bestimmten Risiken testen zu lassen, wie: Drogenkonsumenten, Insassen von Justizvollzugsanstalten, bekannte Hepatitis B oder HIV Infektionen, Sexualpartner von Hepatitis C Infizierten, bei häufig wechselnden Sexualpartnern, medizinisches Personal, Menschen aus Regionen mit erhöhter Hepatitis C-Infektionsrate.

Welche Symptome treten bei einer akuten Hepatitis C auf?

Eine akute Hepatitis C wird nur selten diagnostiziert, da meist nur unspezifische Krankheitszeichen vorliegen. Etwa 2-12 Wochen nach der Ansteckung kann es zu „grippeähnlichen“ Symptomen kommen, wie: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gelenk- und Muskelbeschwerden, Druck- und Spannungsgefühl im rechten Oberbauch.

Bei einigen Betroffenen kann es auch zur Gelbsucht kommen, mit Gelbfärbung der Haut und Augen, Dunkelfärbung des Urins und Hellfärbung des Stuhls. Nach kurzer Zeit verschwinden diese Symptome wieder. Die Leberwerte im Blut sind erhöht.

Wird die Infektion nicht behandelt, kann es bei ca. 80% der Betroffenen zu einem chronischen Verlauf kommen.

Welche Symptome treten bei einer chronischen Hepatitis C auf?

Ist das Virus noch sechs Monate nach der Infektion nachweisbar, spricht man von einer chronischen Hepatitis. Die Patienten klagen über Müdigkeit, Leistungsminderung, Niedergeschlagenheit, Muskel –und Gelenkschmerzen, Depressionen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.

Durch die ständige Vermehrung des Hepatitis C Virus kommt es zu einer Dauerinfektion der gesamten Leber und im weiteren Verlauf besteht ein großes Risiko, dass sich hieraus eine Leberzirrhose (Schrumpfung der Leber mit Funktionsausfall) und ein Leberzellkarzinom entwickeln. Leberzirrhose und Leberkrebs sind lebensgefährliche Erkrankungen, die bis zum Leberversagen führen können und die Lebertransplantation als einziger Ausweg bleibt.

Wann sollte mit der Therapie einer akuten Hepatitis C begonnen werden?

Da die akute Hepatitis C in bis zu 80% der Fälle in eine chronische Form übergehen kann, sollte rechtzeitig, innerhalb der 3-4 Monate, mit einer Therapie begonnen werden, um den chronischen Verlauf zu verhindern.

Wie wird eine akute Hepatitis C behandelt?

Nach den aktuellen Leitlinien sollte über einen Zeitraum von 24 Wochen mit pegyliertem Interferon behandelt werden.

Eine Therapie gehört immer in die Hand eines Spezialisten.