FAQ für Hepatitis B

FAQ für Hepatitis B

Was versteht man unter einer Hepatitis B?

Die Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis B Virus hervorgerufen wird. In etwa 5 – 10% der Fälle geht die akute Leberentzündung in eine chronische Form über. Die Gefahr einer chronischen Hepatitis B liegt in der Entwicklung einer Leberzirrhose (Schrumpfung der Leber mit Funktionsausfall) sowie eines Leberzellkrebs.

Wie häufig kommt eine Hepatitis B vor?

Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach Schätzung der WHO sind 300 – 420 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert, was ca. 5 – 7% der Weltbevölkerung entspricht. In Deutschland leiden ca. 400.000 – 500.000 Menschen an einer chronischen Hepatitis B Infektion, jährlich kommen etwa 1.200 Neuansteckungen hinzu.

Etwa 0,5 Prozent der deutschen Bevölkerung sind damit Träger des Hepatitis-B-Virus, das heißt, sie sind ansteckend. Die tatsächliche Anzahl der Infektionen dürfte jedoch höher liegen, da die Erkrankung häufig symptomlos verläuft und daher nicht erkannt wird.

Menschen mit einer HIV-Infektion sind häufiger auch mit dem Hepatitis B Virus infiziert.

Wie hoch ist das Risiko für eine Hepatitis B Infektion?

Das Hepatitis B Virus ist etwa hundertmal ansteckender als das HI-Virus (HIV). Schon geringe Virusmengen, die über kleinste Verletzungen in den Körper gelangen, reichen für eine Ansteckung aus. Besonders hoch ist das Risiko bei Kontakt mit infiziertem Blut. Auch mit getrocknetem Blut besteht noch ein Infektionsrisiko, da das Hepatitis B Virus außerhalb des Körpers bis zu 7 Tage überleben und ansteckend bleiben kann.

Wann besteht eine Ansteckungsgefahr?

Eine Ansteckungsgefahr besteht solange Virus- Erbsubstanz (HBV-DNA), HBsAg (Oberflächenantigen) oder HBeAg (ein Bestandteil der Virushülle) im Blut nachweisbar sind.

Das Ansteckungsrisiko hängt vor allem von der Viruskonzentration im Blut und der Art des Risikokontakts ab.

Wie wird das Hepatitis B Virus übertragen?

Das Hepatitis-B-Virus findet sich in hoher Konzentration im Blut, aber auch im Speichel, Sperma, Vaginalsekret, Menstruationsblut, Muttermilch und Tränenflüssigkeit sind die Viren in noch ansteckender Konzentration zu finden.

Die häufigsten Übertragungswege sind:

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr, insbesondere, wenn auch noch Blut im Spiel ist
  • Mit infiziertem Blut verunreinigte Instrumente, z. B. Rasierer, Nagelscheren, Zahnbürsten, Geräte für Maniküre, Piercing und Tätowierung, Spritzen und Kanülen
  • Ansteckung des Kindes während der Geburt durch eine infizierte Mutter
  • Transfusion von Blut/Blutprodukten (sehr geringe Gefahr)

Welche Menschen sind besonders gefährdet sich mit dem Hepatitis B Virus anzustecken?

Eigentlich ist jeder Mensch ohne Schutzimpfung gefährdet, sich mit dem Virus anzustecken. Aber es gibt besondere Risikogruppen:

  • Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
  • Menschen aus Ländern, in denen das Virus weit verbreitet ist
  • (vor allem Süd- und Osteuropa, Südostasien) Reisende in diese Regionen
  • Familien- oder Haushaltsangehörige bzw. Sexualpartner von Hepatitis B-Infizierter
  • Neugeborene, deren Mütter infiziert sind
  • Mitarbeiter im medizinischen Bereich
  • Nutzer von intravenösen Drogen

Wie kann man feststellen, ob man mit dem Hepatitis B Virus infiziert ist?

Durch einen Bluttest lässt sich nachweisen, ob man mit dem Virus infiziert ist.

Welche Symptome treten bei einer Hepatitis B Infektion auf?

Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich sein. Bei 2/3 der Patienten treten keine oder nur geringe „grippeähnliche Symptome auf, wie Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, oder Hautveränderungen. Diese Symptome sind eher unspezifisch, so dass die Hepatitis B Infektion nicht immer sicher erkannt wird.

In 1/3 der Fälle kommt es zur Gelbsucht mit Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute, dunklem Urin, hellem Stuhl und Juckreiz. Diese Beschwerden klingen nach 3 – 6 Wochen wieder ab.

In 5 – 10% der Fälle kann eine akute Hepatitis B Infektion in eine chronische Form übergehen, die meist über Jahre ohne Beschwerden verläuft. Manche Patienten verspüren verstärkte Müdigkeit oder rechtsseitige Oberbauchbeschwerden.

Wann spricht man von einer chronischen Hepatitis B Infektion?

Ob eine akute Hepatitis B Infektion ausheilt oder chronisch wird hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei Menschen mit intaktem Immunsystem wird die Infektion in etwa 5 – 10% der Fälle chronisch. Von einer chronischen Hepatitis B spricht man, wenn das Oberflächenantigen (HBsAg) nach mehr als sechs Monaten nach einer Infektion noch nachweisbar ist. Die weitere Betreuung und Behandlung sollte dann von einem Spezialisten übernommen werden.

Welche Folgen kann eine Hepatitis B Infektion haben?

Spätfolgen einer unbehandelten chronischen Infektion können eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber mit Funktionsausfall) und Leberkrebs sein. Jährlich sterben in Deutschland rund 1.500 Menschen an den Folgen einer chronischen Hepatitis-B-Virusinfektion – daher ist eine rechtzeitige Diagnose sehr wichtig.

Wie wird eine Hepatitis B Infektion behandelt?

Ob und wann eine Behandlung notwendig ist, entscheidet der Arzt anhand bestimmter Kriterien.

Eine akute Hepatitis-B-Virusinfektion kann bei gesunden Erwachsenen meist vom Körper selbst „geheilt“ werden, so dass Im Normalfall keine medikamentöse Behandlung notwendig ist.

Die chronische Verlaufsform kann heute mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden, hierzu gehören Interferone und antivirale Medikamente. Die Behandlung sollte jedoch durch einen Spezialisten erfolgen.

Wie kann ich mich vor einer Hepatitis B Infektion schützen?

Der beste Schutz vor Hepatitis B ist eine Impfung. Für einen ausreichenden Schutz sind drei Impfungen nötig, danach sind über 90 Prozent der geimpften Personen sicher vor einer Infektion geschützt.

Neben einer Impfung gibt es auch einfache Verhaltensregeln, um eine Infektion zu vermeiden, bzw. das Infektionsrisiko zu verringern:

  • „Safer sex“: insbesondere bei wechselnden Partnern sollten Kondome verwendet werden
  • „Safer use“: beim i. v. Drogenkonsum sollte eigenes steriles Spritzbesteck benutzt werden
  • Rasierer, Zahnbürsten, Nagelscheren und ähnliches sollte man nicht gemeinsam verwenden
  • Beim Tätowieren oder Piercing muss auf die gebräuchlichen Hygienemaßnahmen geachtet und dürfen nur sterile Nadeln benutzt werden
  • Mitarbeiter im medizinischen Bereich müssen alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beim Gebrauch und Entsorgen von Nadeln anwenden

Gibt es eine „Pille danach“?

Nach einer möglichen Ansteckung (Nadelstichverletzung, risikoreicher Sexualkontakt) besteht die Möglichkeit einer sogenannten Postexpositions-Prophylaxe.

Um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion zu verringern sollte man sich sofort (auf jeden Fall nicht länger als 48 Stunden nach dem Ereignis) mit einem Arzt in Verbindung setzen. Durch Gabe von Immunglobulinen und dem gleichzeitigem Beginn einer aktiven Schutzimpfung kann das Infektionsrisiko vermindert werden.