Beratungsstellen und Anlaufstellen
Wenn Sie eine persönliche Einschätzung brauchen, führen in Deutschland mehrere Wege zum Ziel. Welcher der richtige ist, hängt davon ab, wie dringend es ist, ob Sie anonym bleiben möchten und ob es um einen Test, eine Behandlung oder um Beratung geht.
Bei einem akuten Risiko in den letzten Stunden gehen Sie nicht den Umweg über eine Beratungsstelle, sondern direkt in eine Notaufnahme. Für die PEP zählt jede Stunde.
Welche Stelle passt zu welchem Anliegen?
| Anliegen | Geeignete Anlaufstelle |
|---|---|
| Akutes Risiko, PEP nötig | Notaufnahme, HIV-Schwerpunktpraxis, Infektionsambulanz |
| Anonymer HIV-Test | Gesundheitsamt, Checkpoint, Aidshilfe |
| Test ohne Anonymität, mit Abrechnung | Hausarztpraxis, Labor |
| Positive Diagnose, Therapiebeginn | HIV-Schwerpunktpraxis, Infektionsambulanz |
| Psychosoziale Beratung, Selbsthilfe | Aidshilfe, Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände |
| Fragen zu Beruf und Recht | Aidshilfe, Antidiskriminierungsstelle, Fachanwaltschaft |
| PrEP und Begleitung | HIV-Schwerpunktpraxis, Checkpoint |
Gesundheitsamt
Fast jedes Gesundheitsamt bietet HIV-Tests und Beratung an, in vielen Fällen anonym und kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr. Sie müssen dort keinen Namen nennen und keine Versichertenkarte vorlegen. Das ist der übliche Weg für alle, die sich testen lassen möchten, ohne dass es in einer Patientenakte auftaucht.
Öffnungszeiten, Sprechstunden und das genaue Angebot unterscheiden sich von Ort zu Ort. Das für Sie zuständige Amt finden Sie über die Website Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises.
Aidshilfen und Beratungsstellen
Die Aidshilfen beraten kostenlos und vertraulich, telefonisch, persönlich und online. Sie sind der richtige Ort für alles, was über die reine Medizin hinausgeht: der Umgang mit einer Diagnose, Fragen zu Offenheit im Umfeld, Unterstützung bei Diskriminierung, Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Viele Aidshilfen bieten zusätzlich Schnelltests an.
Die Deutsche Aidshilfe führt ein bundesweites Verzeichnis der örtlichen Organisationen und betreibt eine Online-Beratung.
HIV-Schwerpunktpraxen
Schwerpunktpraxen sind auf die Behandlung von HIV spezialisiert. Sie sind zuständig für die Therapie nach einer Diagnose, für die Verordnung und Begleitung der PrEP und für die Entscheidung über eine PEP nach einem Risiko. Wer eine positive Diagnose erhalten hat, wird in der Regel dorthin überwiesen.
Checkpoints
In größeren Städten gibt es niedrigschwellige Testangebote, oft unter dem Namen Checkpoint. Sie richten sich besonders an Menschen mit erhöhtem Risiko, testen meist ohne Termin, häufig anonym, und beraten auch zu anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Das Angebot ist regional sehr unterschiedlich.
Hausarztpraxis und Labor
Ein HIV-Test ist auch in der Hausarztpraxis möglich. Er wird dann allerdings über die Versichertenkarte abgerechnet und ist damit nicht anonym. Ohne konkreten Anlass ist er in der Regel keine Kassenleistung und muss selbst gezahlt werden. Wer Wert auf Anonymität legt, ist beim Gesundheitsamt besser aufgehoben.
Apotheke
Apotheken und der Versandhandel führen HIV-Selbsttests für zu Hause. Sie sind der einzige Weg ganz ohne Kontakt zu einer Einrichtung, haben aber ein deutlich längeres diagnostisches Fenster von zwölf Wochen. Ein reaktives Ergebnis muss in jedem Fall ärztlich bestätigt werden.
Warum hier keine Adressen stehen
Auf dieser Seite finden Sie bewusst keine Namen, Telefonnummern oder Öffnungszeiten einzelner Einrichtungen. Solche Angaben veralten schnell, und eine falsche Nummer hilft niemandem, der sie im entscheidenden Moment wählt. Die aktuellen und verbindlichen Verzeichnisse führen die Deutsche Aidshilfe sowie Ihr örtliches Gesundheitsamt.
Mehr zu den einzelnen Testwegen, ihren Kosten und ihrer Aussagekraft steht unter Wo kann ich einen HIV-Test machen?