16 Fragen
Häufige Fragen zu HIV und AIDS
Kurz und direkt beantwortet. Jede Antwort führt weiter zum ausführlichen Beitrag, wenn Sie es genauer wissen möchten.
Ansteckungsrisiken
Zum ThemenbereichWelche Situation ist besonders gefährlich?
Das höchste Übertragungsrisiko besteht beim ungeschützten Analverkehr, gefolgt vom Vaginalverkehr. Entscheidend ist außerdem, wie hoch die Viruslast der infizierten Person ist. Unter erfolgreicher Therapie mit nicht nachweisbarer Viruslast findet sexuell keine Übertragung statt.
Kann ein einmaliger ungeschützter Geschlechtsverkehr reichen?
Ja. Eine Übertragung ist grundsätzlich schon bei einem einzigen Kontakt möglich. Die statistische Wahrscheinlichkeit pro Kontakt ist zwar gering, sie sagt aber nichts über den Einzelfall aus. Wer unsicher ist, klärt das über einen Test ab.
Ist das Risiko für Frauen höher als für Männer?
Beim Vaginalverkehr ist das Risiko für die Frau höher als für den Mann. Die Schleimhaut der Vagina bietet eine größere Kontaktfläche, und Sperma verbleibt länger im Körper. Für den Mann ist das Risiko geringer, aber keineswegs null.
Wie riskant ist bezahlter Sex?
Das Risiko hängt nicht vom Geld ab, sondern von der Praktik und vom Schutz. Geschützter Verkehr ist geschützter Verkehr, unabhängig vom Umfeld. In Deutschland besteht in der Sexarbeit eine Kondompflicht.
Kein Risiko
Zum ThemenbereichÜbertragen Speichel, Tränen oder Schweiß HIV?
Nein. In diesen Körperflüssigkeiten findet sich keine für eine Übertragung ausreichende Virusmenge. Küssen, gemeinsames Geschirr, Umarmen und Händeschütteln sind kein Risiko.
Können Mückenstiche oder Haustiere HIV übertragen?
Nein. HIV vermehrt sich nicht in Insekten, und Stechmücken übertragen kein Blut von Mensch zu Mensch. Haustiere können sich mit HIV weder anstecken noch es weitergeben.
Überlebt das Virus außerhalb des Körpers?
Praktisch nicht. An der Luft verliert HIV seine Infektiosität sehr schnell. Angetrocknetes Blut, Türklinken, Toilettensitze oder Handtücher sind kein Übertragungsweg.
Kann ich mich beim Zahnarzt anstecken?
Nein. Die Hygienevorgaben in Praxen schließen eine Übertragung über Instrumente aus. Sterilisation und Einmalmaterial machen diesen Weg unmöglich.
Test und Diagnose
Zum ThemenbereichWann ist ein HIV-Test aussagekräftig?
Ein Labortest der vierten Generation schließt eine Infektion sechs Wochen nach dem Risikokontakt zuverlässig aus. Selbsttests für zu Hause weisen nur Antikörper nach und brauchen zwölf Wochen.
Was bedeutet ein reaktives Ergebnis?
Dass der Suchtest angeschlagen hat, mehr nicht. Weil er sehr empfindlich eingestellt ist, spricht er gelegentlich auch ohne Infektion an. Erst ein andersartiger Bestätigungstest sichert das Ergebnis ab.
Beeinflussen Drogen das Testergebnis?
Nein. Weder Alkohol noch andere Substanzen verändern das Ergebnis eines HIV-Tests. Der Test weist Antikörper und Antigene nach, die davon unabhängig sind.
Wo kann ich mich anonym testen lassen?
Beim Gesundheitsamt, bei Aidshilfen und in Checkpoints, meist kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr und ohne Namensnennung. In der Hausarztpraxis läuft der Test über die Versichertenkarte und ist damit nicht anonym.
Behandlung und Leben mit HIV
Zum ThemenbereichWas heißt nicht nachweisbar gleich nicht übertragbar?
Wer HIV-positiv ist, konsequent Medikamente nimmt und dessen Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze liegt, überträgt das Virus beim Sex nicht. Das ist internationaler medizinischer Konsens.
Wer trägt die Kosten der Behandlung?
In Deutschland übernehmen die gesetzliche wie die private Krankenversicherung die Kosten der antiretroviralen Therapie. Auch ohne Versicherungsschutz gibt es Wege, an eine Behandlung zu kommen.
Ich bin positiv, was kann ich jetzt tun?
Der erste Schritt ist eine HIV-Schwerpunktpraxis. Die Therapie beginnt heute unmittelbar nach der Diagnose, unabhängig von der Helferzellzahl. Bei rechtzeitigem Beginn ist die Lebenserwartung annähernd normal.
Muss ich meinem Arbeitgeber Bescheid sagen?
Grundsätzlich nicht. Eine HIV-Infektion ist Privatsache, und am Arbeitsplatz besteht durch alltäglichen Kontakt keine Übertragungsgefahr. Für einzelne Tätigkeiten im Gesundheitswesen gelten Sonderregeln.