Sofortmaßnahmen bei Nadelstichverletzungen

Wenn Blut oder andere Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen auf verletzte Haut gelangt sind oder es zu einer Nadelstichverletzung gekommen ist, sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • So rasch wie möglich das Ausbluten der betroffenen Wunde durch Druck auf das umliegende Gewebe für 1-2 Minuten erreichen und anschließend eine gründliche Desinfektion mit verfügbaren Desinfektionsmitteln durchführen.
  • Bei Stich- und Schnittverletzungen müssen die betroffenen Hautpartien unter fließendem Wasser abgespült und mit alkoholischer Desinfektionslösung behandelt werden. Gelangt infektiöses Material auf Schleimhäute, z.B. in die Mundhöhle oder in die Augen, so müssen diese gründlich mit Wasser gespült werden. Für Schleimhäute sollten nur schleimhautverträgliche Desinfektionsmittel verwendet werden.
  • Für einen HIV- und einen Hepatitis-Test nach einer Stichverletzung Blut entnehmen. Bei einem negativen Ergebnis sollten nach 3, 6 und 12 Monaten Kontrollen durchgeführt werden, um eine etwaige HIV-Infektion durch den Unfall nachweisen zu können. Eine Kontrolle vor Ablauf von drei Monaten ist unnötig, da Antikörper gegen HIV frühestens 4 -6 Wochen nach der Infektion nachweisbar sind. Die Kosten der HIV-Antikörper-Tests werden vom zuständigen Unfallversicherungsträger übernommen.
  • Wenn es zu Verletzungen durch blutbeschmierte Spritzen, Nadeln usw. gekommen ist, die nicht einer bestimmten Person zugeordnet werden können, müssen diese aufgehoben werden, um sie auf HIV und Hepatitis untersuchen zu können.