Besonderheiten im Gesundheitsbereich

Auch wenn eine Ansteckung mit HIV im Rahmen einer üblichen beruflichen Tätigkeit in fast allen Arbeitsbereichen ausgeschlossen werden kann, so nimmt der Gesundheitsbereich eine Sonderstellung ein.

Grundsätzlich sind alle Beschäftigten im Gesundheitsdienst, die bei Ihrer Tätigkeit unmittelbaren Kontakt mit Blut, Serum, Sperma oder blutigen Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten von HIV-infizierten bzw. AIDS-kranken Menschen haben, potentiell gefährdet. Dennoch kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu einer Infektion (z.B. durch Nadelstichverletzungen). Dies trifft neben den Angehörigen medizinischer Heilberufe auch auf die Mitarbeiter in den Laboratorien und für das Reinigungspersonal in diesen Bereichen zu.

Falls es im Rahmen der Arbeit zu Verletzungen kommen sollte, so gilt es Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Für die mögliche Anerkennung als Berufskrankheit muss der Durchgangsarzt/Betriebsarzt einen Bericht anfertigen und Blut für einen HIV- und einen Hepatitis-Test nach einer Stichverletzung entnehmen. Bei einem negativen Ergebnis sollten nach 3, 6 und 12 Monaten Kontrollen durchgeführt werden, um eine etwaige HIV-Infektion durch den Unfall nachweisen zu können.

Auch bei einer Ansteckung mit HIV haben Arbeitnehmer, wenn diese auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist, Anspruch auf die im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung vorgesehenen Leistungen. Allerdings muss der Arbeitnehmer den beruflichen Zusammenhang zwischen der Infektion und seiner Tätigkeit nachweisen können. Der Arzt muss bei Verdacht auf eine Berufskrankheit die zuständige Berufsgenossenschaft informieren.