Textversion
StartHIV & AIDSHIV-TestNEWSADRESSEN & LINKSDownloadsFAQsÜber unsKontaktAktuelle Projekte

NEWS:

NEWS - HIV

NEWS - Verein

Kongresse

Welt-AIDS-Tag

Allgemein:

Start

Online-Spende

Feedback

Sitemap

Impressum & Disclaimer

Donnerstag, 10. Juni 2010 - 11:55 Uhr
Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland zur Jahresmitte

Die wichtigsten Informationen vom Robert-Koch-Institut in Kürze:

"Bis zum 01.03.2010 wurden dem RKI für das Jahr 2009 insgesamt 2.856 neu diagnostizierte HIV-Infektionen gemeldet. Gegenüber dem Jahr 2008 (n = 2.843) bedeutet dies keine nennenswerte Veränderung bei der Gesamtzahl der HIV-Neudiagnosen. ... Die Absolutzahl der HIV-Neudiagnosen bei Frauen in Deutschland (n = 461) hat sich gegenüber dem Vorjahr (n = 465) nicht verändert, die Zahl der HIVNeudiagnosen
bei Männern steigt leicht von 2.348 auf 2.377 an ... (.)
... Die Gesamtzahl der HIV-Neudiagnosen mit Angabe eines
heterosexuellen Übertragungsrisikos stieg von 2008 bis
2009 leicht von 410 auf 423 Fälle an."

Ausführliche Informationen: siehe www.rki.de

Dienstag, 5. Januar 2010 - 16:04 Uhr
Einreiseverbot für HIV-Infizierte in die USA ist nach 22 Jahren aufgehoben!

Nach beinahe einem Vierteljahrhundert dürfen Ausländer HIV-Infizierte und AIDS-Kranke wieder in die USA einreisen. US-Präsident Barack Obama kündigte am Freitag an, ein entsprechendes, 22 Jahre altes Verbot werde zum Januar aufgehoben.

Ziel sei, das mit der Krankheit verbundene Stigma zu beseitigen. "Im Kampf gegen die weltweite Aids-Pandemie sind wir weltweit führend, aber wir sind noch immer einer von nur einem Dutzend Staaten, der Menschen mit HIV die Einreise verwehrt", teilte der US-Präsident mit. Das Verbot habe "mit Angst zu tun, nicht mit Fakten".

Die politischen Bemühungen, das Verbot aufzuheben, hatten bereits unter Obamas Vorgänger George W. Bush begonnen, der milliardenschwere Programme für den Kampf gegen Aids in Afrika aufgelegt hatte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte im vergangenen Jahr die Staaten zur Aufhebung von Reiseverboten aufgefordert.

Quelle: www.tagesschau.de

Montag, 23. März 2009 - 13:22 Uhr
HIV-Risiken auf Reisen werden unterschätzt

Reisenden ist häufig nicht bewusst, dass in vielen Ländern ein hohes Risiko für HIV-Infektionen besteht. Besonders bei Reisen nach Afrika oder Südostasien ist die Prävention von Aids ein wichtiges Thema bei der medizinischen Beratung. Und bei Reiserückkehrern mit unklaren Beschwerden ist immer eine mögliche HIV-Infektion mitzubedenken. (von Wolfgang Geissel)


Ein älterer Mann kommt mit einer Pneumocystis-carinii-Pneumonie (PcP) in die Klinik. Es stellt sich heraus, dass er sich bei einer Südafrika-Reise sechs Jahre zuvor mit HIV angesteckt hat. Ein junger Mann hat nach einem Langzeitaufenthalt in den USA rezidivierende Durchfälle. Auch bei ihm wird schließlich eine HIV-Infektion diagnostiziert. Ein weiterer Mann brachte eine HIV-Infektion von einer Thailand-Reise mit. Diese drei Krankengeschichten hat Dr. Carlos Fritzsche von der Universität Rostock geschildert.

"Das HIV-Risiko auf Reisen wird unterschätzt", hat der Infektiologe beim 10. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin betont. Meist würden Infektionen bei jungen Erwachsenen beobachtet, die ohne festen Partner verreisen, sagt Fritzsche. Alkohol und Freizeitdrogen erhöhen dabei das Ansteckungsrisiko. Und nicht nur junge Menschen infizieren sich auf Reisen mit HIV.

HIV ist auch ein Problem bei der Fußball-WM in Südafrika
Besonders Touristen lassen sich bei Auslandsreisen auf ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Einheimischen ein. Und in Ländern wie Südafrika, wo fast jeder fünfte jüngere Erwachsene mit HIV infiziert ist, besteht dabei ein hohes Ansteckungsrisiko. Das könnte besonders im nächsten Jahr ein Problem werden, wenn zur Fußballweltmeisterschaft Massen von Fans nach Südafrika reisen werden. Überall in Endemieländern haben zudem Migranten, die in ihrer ehemaligen Heimat Freunde und Familie besuchen, ein hohes Infektionsrisiko. Stark erhöhte Risiken bestehen dabei außer in Afrika südlich der Sahara auch in Südostasien. Und die Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion haben in den vergangenen Jahren hohe Zuwachsraten bei HIV-Infektionen gehabt.

Unklare Symptome können Zeichen von HIV-Infekt sein
Zur Prophylaxe gehören bei Reisen daher Kondome ins Gepäck, sie sind - nach Enthaltsamkeit - der zweitbeste Schutz vor der Infektion, wie Fritzsche in Berlin betonte. Und bei Reiserückkehrern mit unklaren Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellungen, Mundsoor oder Pharyngitis sollte auch an eine HIV-Infektion gedacht werden.

Auf etwa 1 : 200 beziffert der Tropenmediziner das Ansteckungsrisiko beim Geschlechtsverkehr mit einem HIV-infizierten Partner. Höher ist das Risiko (1 : 150) beim intravenösen Drogengebrauch mit kontaminiertem Spritzbesteck - vor dem unbedingt zu warnen ist. Nach Angaben des Infektiologen sind zudem in Afrika fünf bis zehn Prozent der Blutkonserven mit HIV kontaminiert. So können lebensrettende Transfusionen oder Medikamente aus Blut schwere Spätfolgen haben.

Ein hohes Risiko haben zudem Menschen in medizinischen Berufen, die in Endemieländern in Kliniken oder Ambulanzen arbeiten, etwa Medizinstudenten, die eine Famulatur machen. Nadelstichverletzungen und andere Kontakte mit kontaminiertem Blut sind dort häufig.

Nach einer möglichen Exposition wird eine medikamentöse Postexpositionsprophylaxe (PEP) über vier Wochen empfohlen, die eine Ansteckung verhindern kann. Das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (BCRT) rät bei Aufenthalten mit Hilfsdiensten zur Mitnahme von PEP-Medikamenten. Ein Problem sind dabei die hohen Kosten: etwa 860 Euro seien dafür zu veranschlagen, sagte Privatdozent Tomas Jelinek vom BCRT zur "Ärzte Zeitung".

Das Geld ist gut angelegt. Nach den Erfahrungen von Jelinek brauchen 40 Prozent der medizinischen Hilfskräfte bei solchen Einsätzen die Prophylaxe auch.
www.rki.de, Infektionskrankheiten A-Z

Freitag, 6. März 2009 - 08:41 Uhr
Keine Entschädigung für Aids-Infektion

STRAßBURG (dpa). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Beschwerde einer aidskranken Türkin gegen Deutschland wegen eines unfairen Verfahrens abgewiesen.

Die 41-Jährige aus Wiesbaden hatte sich von ihrem Partner angesteckt und 1999 den Arzt des Mannes verklagt, weil er sie nicht rechtzeitig über die Immunschwächekrankheit des inzwischen verstorbenen Mannes informiert hatte.

Deutsche Gerichte hatten die Forderung der Frau nach einer Entschädigung abgewiesen. Der Arzt hatte sich an seine Schweigepflicht gehalten aber gleichzeitig die Frau dringend aufgefordert, sich gegen eine Aids-Infektion zu schützen, befanden die Gerichte. Die Straßburger Richter haben keine Fehler in den Verfahren der deutschen Justiz festgestellt. Die Umstände des Falls seien sorgfältig geprüft worden und es sei keine Willkür im Spiel gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung von Donnerstag in Straßburg.

Az.: 77144/01 und 35493/05

Freitag, 27. Februar 2009 - 14:06 Uhr
Aids in China auf dem Vormarsch

Während Aktivisten bereits seit längerem auf die wachsende Aids-Gefahr im Land aufmerksam machen, hat die Regierung bislang nur wenig unternommen.
Aids ist in China ein größeres Gesundheitsproblem als bislang von Regierungsseite angenommen. Das zeigen die jüngst vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Aids-Zahlen des vergangenen Jahres. Demnach sind allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 fast 7.000 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben – so viele wie nie zuvor. Auch die Zahl der HIV-Infektionen ist deutlich gestiegen und hat sich im Vergleich zu 2005 fast verdoppelt.

Die Ausweitung der Aids-Epidemie in China könnte Medienberichten zufolge in den massiven sozio-ökonomischen Veränderungen im Land begründet sein. Millionen Männer haben ihre Gemeinden verlassen, um sich in den Städten auf der Suche nach Arbeit niederzulassen. Weit entfernt von ihren Familien haben diese Wanderarbeiter mehr sexuelle Kontakte, wodurch das Risiko einer HIV-Infektion steigt. Auch die Prostitution habe in China zugenommen und vorehelicher Sex sei heute eher gesellschaftlich akzeptiert.

Bereits seit Jahren versuchen Aktivisten auf die wachsende Gefahr von Aids im Land aufmerksam zu machen. Doch ihre Anstrengungen wurden von der Regierung meist strikt unterbunden. Erst seit kurzem scheinen sich die Staatsoberen einer Anti-Aids-Politik gegenüber zu öffnen. So hat die Regierung Aufklärungskampagnen gestartet und die kostenlose Behandlung von mittellosen HIV-Infizierten versprochen.

Quelle: AP und BBC News Online, 18. Februar 2009.

Dienstag, 19. August 2008 - 15:03 Uhr
Resümee der Welt AIDS-Konferenz 2008

Die Welt AIDS-Konferenz 2008 ist vorbei. Doch was bleibt nun als Essenz hängen, wie sieht die Zukunft auf dem Gebiet HIV und AIDS aus?
Insgesamt rund 22.000 Teilnehmer trafen sich sechs Tage lang in Mexiko, wo 7714 Studien vorgestellt wurden.

Derzeit wird nur rund ein Drittel aller Bedürftigen mit HIV-Medikamenten behandelt.
Kanadische Wissenschaftler haben veröffentlicht, dass die Zahl der Neuinfektionen sinkt, je mehr Patienten antiretrovirale Medikamente erhalten.
Eine weitere neue Erkenntnis betrifft die sogenannte „AIDSdemenz“ US-Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass das Virus im Gehirn Neuronen abtötet und die Bildung neuer Hirnzellen verhindert. Auch hier kann mit einer funktionierenden antiretroviralen Therapie die Wahrscheinlichkeit einer Demenz um immerhin 50 Prozent gesenkt werden.

Bedauerlich ist, dass der ursprüngliche Plan, bis 2010 allen AIDSkranken eine Behandlung zu ermöglichen, kaum noch zu schaffen sein wird. Vorsichtig wird nun das Jahr 2015 anvisiert.
Die nächste Welt AIDS-Konferenz findet 2010 in Wien statt. Für diese Konferenz werden dann die Ergebnisse von sieben neu groß angelegter Studien, die sich mit der Prä-Expositions-Prophylaxe (Prep) beschäftigen, mit Spannung erwartet.

Da auch in naher Zukunft Impfstoffe nicht verfügbar sein werden, wurde in Mexiko stark auf die Wichtigkeit der Präventionsarbeit aufmerksam gemacht. Denn nur dieser Arbeit ist es zu verdanken, dass im vergangenen Jahr erstmals die Zahlen der Neuinfektionen in Afrika südlich der Sahara rückläufig waren.

Mittwoch, 6. August 2008 - 10:06 Uhr
Welt AIDS-Konferenz 2008

Die Konferenz, die vom 3.-8. August unter dem Motto "Universal Action Now" stattfindet, ist mit 22.0000 Teilnehmern die größte Veranstaltung zum Thema HIV und AIDS weltweit. Unter den Teilnehmern befinden sich Ärzte, Hilfsorganisationen und betroffene Menschen.
In Mexiko-Stadt werden die jüngsten Untersuchungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse vorgestellt und diskutiert. Zentrale Themen sind unter anderem die Stärkung der Gesundheitssysteme und die internationale Koordinierung von Aufklärung und Behandlung der Immunschwäche. Denn selbst nach 30 Jahren im Kampf gegen das Virus haben rund 70 Prozent der Infizierten weltweit keinen Zugang zu Medikamenten.
Dies liegt unter anderem am vor Ort herrschenden Fachkräftemangel, auf den Experten aufmerksam gemacht haben.
Weitere Neuigkeiten betreffen die in Zukunft auf den Markt kommenden Medikamente, die dann möglicherweise in Gelform erhältlich sein sollen. Patienten könnte somit ein Leben mit der Krankheit weiter erleichtert werden.
Impfstoffe werden aber auch in naher Zukunft nicht verfügbar sein.

Dienstag, 15. Januar 2008 - 12:04 Uhr
Isentress - neuer Integrasehemmer ist zugelassen!

Am 20. Dezember 2007 wurde die Zulassung für ISENTRESS® (Raltegravir, MSD) durch die European Medicines Agency (EMEA) für den Einsatz in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten zur Behandlung von HIV-1-Infektionen bei
vorbehandelten, erwachsenen Patienten erteilt.
Raltegravir ist ein neues Medikament mit einem völlig neuen Wirkansatz: Raltegravir hemmt das Enzym Integrase des AIDS-Erregers, das für den Einbau der HIV-DNA in das Genom infizierter Zellen erforderlich ist. Das Virus kann sich etwa in CD4-positiven Zellen nicht vermehren und keine weiteren Zellen infizieren.

Mittwoch, 6. Juni 2007 - 09:44 Uhr
Mehr als fünf Millionen Aidskranke warten weiter auf Hilfe

G-8-Staaten hinken ihren Versprechen hinterher / Experten fordern mehr Geld für Prävention / Oft erreicht die Hilfe die Menschen vor Ort nicht
BERLIN (ble). Wenn Angela Merkel heute zum G-8-Gipfel der reichsten Industrienationen und Russlands nach Heiligendamm einlädt, wird einer ihrer Themenschwerpunkte die Bekämpfung von HIV/Aids in den Entwicklungsländern sein. Angesichts nur schwer überbrückbarer Differenzen der G-8-Staaten bei Fragen wie dem Klimaschutz oder der Sicherheitspolitik setzt die Kanzlerin wenigstens bei diesem Thema auf einen sichtbaren Erfolg.

Doch Parlamentarier, Experten und Hilfsorganisationen sind bereits mit der bisherigen Arbeit ihrer Regierungen alles andere als zufrieden: Es fehle an Geld, Medikamenten und einem Gesamtkonzept, das Heilung, Prävention und Verbesserungen der Infrastruktur vereint, kritisierten sie bei einem Parlamentariertreffen der G-8-Staaten und weiterer Länder Ende vergangener Woche im Berliner Reichstag. Sie fordern von den G-8-Staaten konkrete Projekte zur Finanzierung der notwendigen Hilfen.

Die Kritik ist vielfältig: So habe sich die G-8 zwar bereits im Jahr 2005 verpflichtet, bis 2010 jedem Menschen Zugang zu Verhütungsmitteln zu verschaffen und für eine ausreichende Behandlung von Aidskranken zu sorgen, sagte die Unions-Abgeordnete Sibylle Pfeiffer.

"Trotz dieser Versprechen haben heute noch immer mehr als fünf Millionen Aidskranke in Entwicklungsländern keine Möglichkeit, sich behandeln zu lassen", kritisierte sie. Nach den Worten von Dr. Jörg Maas, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, stehen in diesem Jahr weltweit zwar 8,3 Milliarden Dollar zur Aidsbekämpfung zur Verfügung. Doch das reiche bei weitem nicht aus: "Allein in diesem Jahr fehlen mehr als neun Milliarden US-Dollar für nachhaltige Aids-Programme", kritisierte er.

2010 würden dann insgesamt bereits 23 Milliarden Dollar benötigt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam verfehlen die G-8-Staaten zurzeit ihr 2005 gegebenes Versprechen, die jährliche Entwicklungshilfe bis 2010 um 50 Milliarden Dollar jährlich zu erhöhen, deutlich um 30 Milliarden Dollar. Immerhin: Deutschland und die USA kündigten kurz vor dem Gipfel eine Erhöhung ihrer Hilfen um mehrere Milliarden Dollar an.

Um den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit zu gewinnen, müsse auch mehr Augenmerk auf die Prävention gelegt werden, fordert Pfeiffer. Denn auf einen Erkrankten, der Zugang zu einem Aids-Medikament erhält, kommen nach Angaben von Experten sechs Neuinfizierte. So können Hilfsorganisationen jedem Afrikaner gerade einmal sechs Kondome pro Jahr zur Verfügung stellen.

Zudem haben 200 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Doch gerade in der Stärkung der Frau liege der Schlüssel für den Sieg über die Krankheit, meint die Schweizer Parlamentarierin Ruth Genner. Das betreffe die sexuelle Selbstbestimmung genauso wie Hilfen bei Schwangerschaft und Geburt. Hier beobachtet Genner einen Rückgang der Mittel.

Geld, Arzneien oder Verhütungsmittel allein, so Pfeiffer, könnten die Probleme allerdings nicht lösen. Viele Länder erlebten einen Brain-Drain an Medizinern: "Es kann nicht sein, dass in Manchester mehr malawische Ärzte arbeiten als in ganz Malawi", kritisierte sie.

Freitag, 1. Juni 2007 - 09:19 Uhr
In Deutschland wieder mehr Menschen mit HIV infiziert

Schwule Männer weiterhin größte Infizierten-Gruppe
BERLIN (ple). Die Zahl der Menschen in Deutschland, bei denen im vergangenen Jahr erstmals eine Infektion mit dem Aids-Erreger HIV diagnostiziert worden ist, ist im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gestiegen. 2006 wurden insgesamt 2611 HIV- Diagnosen an das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin gemeldet.

Die größte Gruppe der Menschen, die sich mit HIV angesteckt haben, sind Männer, die Sex mit Männern haben. Mit 1358 Männern stellten sie einen Anteil von inzwischen mehr als 60 Prozent, wie das Berliner Institut mitteilt (Epid Bulletin, Sonderausgabe A v. 29. 5. 2007). Nicht bei allen HIV-Infizierten ist bekannt, wie sie sich angesteckt haben: Die Daten beziehen sich auf den Anteil von 85 Prozent der HIV-Infizierten, bei denen der Infektionsweg bekannt ist.

Erstmals seit dem Jahr 2001 bilden Menschen, die sich auf heterosexuellem Wege mit dem Aids-Erreger angesteckt haben, mit einem Anteil von 17 Prozent die zweitgrößte Gruppe. Sie stammen nicht aus Ländern, in denen HIV in der Bevölkerung weit verbreitet ist (Hochprävalenzländer). Der Anteil der HIV-Neudiagnosen bei Menschen aus den Hochprävalenzländern liegt bei 14 Prozent. Das RKI geht davon aus, dass sich der überwiegende Teil der Menschen aus diesen Ländern in ihrem Herkunftsland infiziert haben.

Seit dem Jahr 1982, in dem in Deutschland mit der Erfassung der Daten zu HIV und Aids begonnen wurde, haben fast 25 000 Menschen das Vollbild Aids entwickelt. Mit einer Zahl von mehr als 21 500 sind davon vor allem Männer betroffen. Mehr als 13 500 Aids-Patienten sind bereits an den Folgen der Erkrankung gestorben. Das RKI hat dabei die Daten aus Städten mit mehr als 250 000 Einwohnern berücksichtigt. Ende 2006 waren etwa 56 000 Menschen in Deutschland mit HIV Infiziert, darunter sind 47 000 Männer.

Weitere Infos zu HIV unter http://www.rki.de

Ältere Beiträge

Anmelden