13. Münchener AIDS-Tage März 2010
„HIV/AIDS besiegen: Visionen der Heilung“
Die größte und renommierteste Fachkonferenz zu HIV und AIDS in Deutschland lockte ca. 1500 Teilnehmer nach München um sich mit dem derzeitigen Wissens- und Forschungsstand sowie den neuesten Behandlungsmethoden vertraut zu machen. Dr. Markus Söder, der bayerische Minister für Umwelt und Gesundheit, eröffnete die diesjährigen Münchener-AIDS-Tage – die wissenschaftliche Leitung übernahm der AIDS-Experten Dr. Hans Jäger.
Auf dem Kongress wurde eine Spannbreite von Themen diskutiert, die medizinische, somatische und psychosoziale Aspekte der HIV-Erkrankung umfassen. Die Prävention war einer der Schwerpunkte angesichts der nach wie vor dramatischen Infektionszahlen sowohl in Europa als auch in den Entwicklungsländern. Eine weltweite Bedrohung wie die Infektion mit dem HI-Virus und die daraus entstehenden Folgekrankheiten bedürfen der interdisziplinären Zusammenarbeit von vielen Berufsgruppen. So sind neben Forschern, Wissenschaftlern und Ärzten auch Psychologen, Sozialarbeiter, Juristen und Vertreter aus Pflegeberufen sowie Patienten und Betroffene zu Wort gekommen. Homosexualität, HIV und Ethik sowie die Frage von Verantwortung wurden ebenso diskutiert wie die pandemische Entwicklung von HIV.
Die ehemalige Ordensschwester und Bestsellerautorin Majella Lenzen erhielt für ihr Buch „Das möge Gott verhüten: Warum ich keine Nonne mehr sein kann“ den Annemarie-Madison-Preis. Majella Lenzen war jahrzehntelang Missionsschwester in Afrika. Sie wurde aus ihrem Orden entlassen, weil sie Kondome an Prostituierte verteilte und Aufklärungsarbeit in Bordellen leistete. Preisträger waren neben Majella Lenzen der Autor Matthias Gerschwitz, selbst HIV-positiv, für sein Buch „Endlich mal was Positives“ sowie das Projekt „Positive Frauen“ des FrauenGesundheitsZentrums, München, für das Buch „eben leben“, in dem 16 Frauen, die zum Teil seit 20 Jahren HIV-positiv sind, ihr Leben schildern. „Mut und Zivilcourage zeichnen alle drei Preisträger aus“, so Dr. Hans Jäger, Jury-Mitglied.
Europäische AIDS Konferenz (EACS) 11.-14. November 2009
In Köln fand im November der europäische Kongress EACS – European AIDS Clinical Society – statt. Die umfangreichste HIV/AIDS Konferenz Europas findet alle zwei Jahre in einer anderen europäischen Stadt statt und bot dem Verein in diesem Jahr eine gute Gelegenheit, unsere englischen und mehrsprachigen Präventionsangebote auch auf europäischer Ebene zu präsentieren.
NEWS von Kongressen
Montag, 9. November 2009 - 15:15 Uhr
Zusammenfassung HIV/AIDS Prävention zum SÖDAK 2009 in St. Gallen
Im Zentrum des SÖDAK 2009 stand eine interdisziplinäre Diskussion der aktuellen medizinischen-wissenschaftlichen Themen, was neue Therapieansätze oder besonders die Problematik der Nebenwirkungen und Resistenzen angeht und besonders auch die möglichen Chancen der PrEp, die sich für die Prävention ergeben.
Der Themenkomplex Prävention ist sicherlich aus mehreren Gründen eher knapp ausgefallen. Das Fehlen bzw. der Rückzug des Community Board war nicht nur deutlich sichtbar, sondern wurde auch offen kritisiert. Die AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. war als eine der wenigen NGO´s, die überhaupt vertreten waren, mit einer gut sichtbaren Standfläche und einem ganztägigen Beratungs- und Informationsangebot präsent. Über ein Poster bot die AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. einen weiteren inhaltlichen Beitrag. Ausgewertet wurde darin eine „Klientenorientierte Erhebung zum HIV-Test-Angebot“ . Auszugsweise möchten wir hier das Fazit kurz einfügen:
Fazit für das Beratungs- und Testangebot
Möchte eine HIV/AIDS-Beratungsstelle mit Testangebot Klienten beider Gruppen ansprechen, also Menschen, die selbst eine bestimmte Situation oder ein Ereignis als konkretes Risiko eingeschätzt haben und auf Grund dessen einen HIV-Antikörper-Test in Anspruch nehmen und Menschen, die nach einem unspezifischen Risiko zusätzlich einen externen Impuls (neuer Partner, Freunde, Arzt, Medien) benötigten, um einen HIV-Antikörper-Test in Anspruch zu nehmen, müssen beide Gruppen mit ihren spezifischen Bedürfnissen wahrgenommen werden.
Klienten, deren Motivation das konkrete Risiko ist, erreicht man durch folgende Faktoren: offensive und ansprechende Werbung, ein flexibles Beratungs- und Testangebot, „schnelle“ Ergebnismitteilung, schnelle und unkomplizierte Terminvergabe. Auf der fachlich-beratenden Ebene sollte den Klienten Unterstützung bei der gewünschten Verhaltensänderung, künftig riskantes Verhalten zu vermeiden, geleistet werden.
Die durch Impuls motivierten Klienten sollten durch diskrete, aber deutliche Werbung auf das Test-Angebot aufmerksam gemacht werden. Sie werden durch seriöse und fachliche Informationen, sowohl im Vorfeld als auch im Beratungssetting angesprochen und suchen Angebote mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, das ein hohes Maß an Diskretion und Anonymität ermöglicht. Auf der fachlich-beratenden Ebene muss dieses Angebot durch ein durchdachtes psychosoziales Beratungsangebot überzeugen, in dessen Rahmen auch das Risikobewusstsein des einzelnen Klienten thematisiert und gestärkt wird. Im geschützten Beratungssetting besteht die Möglichkeit, zu sensibilisieren und eine persönliche Betroffenheit herzustellen, ohne falsche Ängste zu wecken.
Das Fehlen der Öffentlichkeit, wie z.B. interessierte oder betroffene Menschen oder gar Schulklassen, hat sich ebenfalls sehr deutlich gemacht, was die AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. durchaus bedauert. Leider scheint die Einbeziehung der breiten Öffentlichkeit, im Gegensatz zum DÖAK 2007 in Frankfurt, nicht wirklich intendiert gewesen zu sein.
Besonders die Workshops 7 und 8 widmeten sich dem Thema Prävention und sollten eine Diskussionsfläche bieten. Inhalte waren z.B.:
- Vorstellung der BzgA-Kampagne „machs mit“
- „Qualitätsgesicherte Prävention“
- „Stufen der Partizipation“
Die „machs mit“- Kampagne zielt verstärkt auf die breite Bevölkerung ab und soll zur Motivation der Kondombenutzung noch mehr anregen, nicht nur vor dem Hintergrund von HIV, sondern auch mit Blick auf sonstige STD’s. Der Punkt Qualitätssicherung in der Prävention zeigte wieder deutlich, wie schwierig es ist, diese überhaupt durchzuführen. Da die Prävention nicht statisch, sondern ein Prozess ist, sind bestehende Modelle zur Qualitätssicherung z.B. aus der Medizin eher kritisch zu betrachten. Dennoch wird eine Qualitätssicherung innerhalb der Prävention für absolut wichtig erachtet und dem stimmt die AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. besonders mit Blick auf ihre eigene qualitative und ressourcenorientierte Arbeit zu.
Den Abschluss am Samstag bot das Symposium zum Thema HAART und Übertragungsrisiko. Es wurden allgemein und natürlich auch von der AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. große Erwartungen in dieses Symposium gelegt. Doch trotz der drei Kurzreferate und zwei Schwerpunktreferate von Experten aus den Bereichen Ethik, Public Health und Risikokommunikation bot sich hier keine wirkliche Fläche, um in eine für alle Beteiligten erkenntnisreiche Diskussion zum sog. EKAF-Positionspapier zu kommen. Die Stellungnahme der AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. ist dieser Zusammenfassung mit beigefügt.
Download
- » Stellungnahme der AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. zum EKAF-Positionspapier [41 KB]
- » Hand-Out zum Poster [189 KB]
DÖAK 2007
Unter dem Motto „anders denken“ findet vom 27. bis 30. Juni 2007 der Deutsch-Österreichische AIDS-Kongress in Frankfurt im Congress Center der Messe statt. Die AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. ist mit zahlreichen Aktionen vertreten und gestaltet den Kongress somit deutlich mit, besonders mit dem Ziel, Prävention im Programm einen gebührenden Platz zu verschaffen.
Besuchen Sie uns an unserem Informationsstand im öffentlichen Bereich – direkt, wenn Sie die Rolltreppe hochkommen.
Kennen Sie die Antworten? Dann spielen Sie mit! » SaferSexpert – das neue Online-Quiz der AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. – zu spielen am Stand und zusammen mit den Entwicklern der Hochschule Darmstadt im Cocoon am Donnerstag, 28. Juni, ab 21 Uhr.
Gehören Sie zu den ersten, die unsere druckfrischen Neuveröffentlichungen sehen:
- » Informationen zu HIV und AIDS in Tigrinja für Menschen aus Äthiopien/Eritrea
- » Informationen zu HIV und AIDS in amharischer Sprache für Menschen aus Äthiopien/Eritrea
- » Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II und das neue Sozialhilferecht. Ein Leitfaden auch für HIV-Betroffene, Broschüre von Dr. Helga Exner-Freisfeld
Schauen Sie sich unser Poster zum Schülerprojekt ‚» … aber sicher! Informationen für Jugendliche über Liebe, Sexualität und AIDS“ an - A 40 in der Posterausstellung, Ebene C2.
Prämierung der Preisträger des Kreativ-Wettbewerbs „HIV & AIDS- anders denken: Schüler klären auf“: Die Preisverleihung für die drei kreativsten Schülerprojekte findet im Rahmen der Abendveranstaltung „Night of Hope“ im Cocoon am Donnerstag, 28. Juni ab 22 Uhr Fechenheim, Carl-Benz-Straße 21, statt.
‚Schüler fragen – Experten antworten’ – eine Veranstaltung der AG ‚Der Kongress an der Schule – die Schule am Kongress’. Auf dem Podium: eine Mitarbeiterin der AIDS-AUFKLÄRUNG e.V., ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Prof. Dr. Jürgen Rockstroh, Dr. Dr. Richard Linde am Freitag, 29. Juni, 10.30 bis 11.00 Uhr im Congress Center Messe Frankfurt, DÖAK Plaza.
Frankfurt zeigt Solidarität mit Menschen, die von HIV und AIDS betroffen sind. Die AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. ist mit einem Infostand und einem mobilen Einsatzteam dabei, wenn sich 3.000 engagierte Menschen auf der Frankfurter Hauptwache treffen, um die größte lebende AIDS-Schleife der Welt zu bilden – Ziel: ein Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde. Hauptwache, Frankfurt-City Freitag, 29. Juni, von 12.00 bis 13.30 Uhr.
Nähere Informationen zum DÖAK finden Sie unter: » http://www.doeak2007.com/home.htm
